Die Feier zur Auferstehung Christi ist der Höhepunkt des Kirchenjahres für die Christen in dieser Welt. Früher besuchte ich die Auferstehungsfeier in meiner Heimatgemeinde in Erding regelmäßig, obwohl dort die Feier am Morgen des Ostersonntag um 05:00 Uhr gefeiert wurde und auch ein wirklich langer Gottesdienst war. Die Erinnerung an diese wirklich besonderen Feiern berühren mich bis heute.
Jetzt bin ich schon lange nicht mehr der wirklich brave und regelmäßige Kirchgänger, aber bei unserem kurzen Osterurlaub in Palermo wollte ich die Gelegenheit und die Ruhe einfach nutzen, um mal wieder an diesem so einmaligen Gottesdienst teilzunehmen. gerade auch nachdem ich die wirklich beeindruckenden Prozessionen am Karfreitag gesehen hatte.
Unsere Unterkunft lag nur ein paar Schritte von einer der imposantesten Kirchen, die ich bisher so gesehen hatte, der Chiesa del Gesú in Casa Professa, entfernt und so war die Entscheidung nicht schwer, in welcher der unzähligen Kirchen Palermos ich diese Feier besuchen wollte. Weil ich doch mit einer großen Zahl an Teilnehmern gerechnet hatte machte ich mit frühzeitig auf den Weg, war dann aber noch ziemlich alleine in der noch dunklen Kirche.
Die Atmosphäre ist schon besonders, auch wenn schon etwas Licht brannte (was ich so von früher nicht kannte), trotzdem wirkt so eine Kirche so noch einmal ganz anders. Erleuchtet war (links im Bild zu erkennen) das heilige Grab und eine Darstellung zur Karwoche in einer seitlichen Kapelle, die wirklich bedrückend und sehr aktuell war (dazu kommt sicher noch ein Bericht später hier), aber das Dunkel hat schon spürbar dominiert.
Kurz vor Beginn des Gottesdienstes zog die Gemeinde vor das Portal, wo dann das Osterfeuer entzündet wurde.
Das war, typisch für die Region, deutlich kleiner als die bei uns üblichen riesigen Osterfeuer, das Symbol wirkte aber trotzdem. An dem Feuer wurde die Osterkerze entzündet, die kleinen Kerzen der Teilnehmer am Gottesdienst wurden dann auch entzündet und in einer kleinen, feierlichen Prozession wurde das „Licht des Herrn“ dann in die Kirche gebracht.
Ich finde das nach wie vor einen sehr emotionalen Moment, die Kraft der Symbole ich (für mich) einfach spürbar.
Anders als in meiner Heimatgemeinde wurden dann aber die Kerzen gelöscht (in meiner Erinnerung waren die Kerzen das einzige Licht bis zur Verkündung der Auferstehung in der Kirche in Erding). Das fand ich ein bisschen schade, aber noch trauriger fand ich, dass sich nur so wenige Gläubige in dieser großen, wunderschönen Kirche versammelt hatten.
Trotzdem war ein es beeindruckender, eindrücklicher Gottesdienst und nach den verschiedenen Lesungen war es dann soweit: nach dem Halleluja wurde die Botschaft der Auferstehung verkündet und die Kirche erstrahlte wieder in vollem Licht.
Eine Taufe fand bei diesem Gottesdienst nicht statt, aber das Taufversprechen wurde erneuert und die Eucharistie gefeiert. Nach dem Segen ging es dann zurück in die Unterkunft.
Es war ein wirklich schöner Gottesdienst in einer ganz besonderen Kirche und ich bin froh, dass ich mich an dem Abend aufgerafft habe, noch einmal aus dem Haus zu gehen.
Zwei Tage später habe ich dann noch eine Führung durch dieses Gotteshaus gemacht und hatte das Glück, der einzige Teilnehmer an der englischsprachigen Führung gewesen zu sein. Auch das war ein einmaliges Erlebnis, über das ich auch noch einmal gesondert berichten werde.





